CSKs BUCH-TIP für 2008:
EC über sich selbst - man lese und staune über einen gereiften Musiker
und Menschen: Eric Clapton erzählt offen über seine bisherige Karriere und Leben, oft schonungslos...,
Titel: "Mein Leben"

Worauf alle Eric Clapton Fans längst gehofft hatten: die Auto-Biografie des Meisters

Ende Oktober 2007 erschien im angesehenen Verlag Kiepenheuer & Witsch die von Clapton höchst eigenständig verfasste Schilderung seines reichen und an tragischen Erlebnissen gewiss nicht armen Lebens. Das englische Original war erst einige Wochen zuvor für den großen englischsprachigen Markt herausgebracht worden.

Die  Bedeutung dieser Publikation kann man nicht hoch genug einschätzen, wissen doch die Insider, daß zunächst Clapton einen engen Freund damit beauftragt hatte, für ihn eine Biografie schreiben zu lassen. Allerdings, mit dem Ergebnis war Mr. Slowhand (sein allseits bekannter Spitzname) nicht ganz zufrieden und so entschied er sich, selbst in monatelanger Erinnerungsarbeit wichtige Abschnitte und Szenen aus seinem Leben zu rekonstruieren und so dem Vergessen ein für allemal zu entreißen. "Ehe es zu spät geworden wäre", so Clapton in einem kürzlich gegebenen Interview.

Was ist das Resultat von Slowhands literarischem Ausflug?

Ein ehrliches Buch über die Auf- und Niedergänge, Ups and Downs eines der meistverehrtesten Rock und Pop-Größen unserer Zeit - der Mensch dahinter wird nun einigermaßen sichtbar. Der Leser erfährt manche tragische und pikante Episode und Wende aus seinem Leben: Drogen, Alkohol, die Zeit mit Pattie Boyd, der Frau des Beatles und Freundes George Harrison,  seine  Schwierigkeiten Vater zu werden, und schließlich, vielleicht sogar der eindringlichste Teil dieser Innenansichten eines leidenschaftlichen Musikers, die überaus eindringliche Beschreibung der Ereignisse um den Tod seines damals fünfjährigen Sohnes Conor in New York, von dem er so begeistert war daß er ihn bald einen kleinen Engel nannte. ( Die Welt titelte in einer ersten Besprechung des Buches vom 27.10. 2007: " Mein Leben mit einem Engel" und stellte diesen Abschnitt in den Mittelpunkt ihrer Rezension der Clapton Auto-Biografie.).

Und natürlich bekommt der Leser viele Hinweise auf seine großen Vorbilder und enormen Einflüsse wie Muddy Waters, Little Walter, Howlin Wolfe und last but not least des Urvaters aller Blues-Musiker: des großen und schon mit 28 Jahren zu früh verstorbenen Robert Johnson..(web-link auf meinen Beitrag über RJ - in Arbeit).

In bemerkenswert deutlicher und zum Teil enorm selbstkritischer Offenheit erfahren die Leser somit die musikalischen und privaten Wellenbewegungen  eines begnadeten Blues-Musikers, der die Lektionen des Lebens schließlich immer besser zu meistern imstande war.

Englische Leser haben zwar beklagt, daß in der Ray Coleman-Biografie über Clapton (Titel: Survivor") alles wesentliche zu seinem musikalischem Werdegang gesagt worden wäre, aber dennoch, für den deutschen Leser ist dieses Buch willkommen. Das englische Original der Aotobiografie sieht übrigens so aus, etwas schmuckloser als die dt. Version:

Das 464-Seiten starke Buch ist mit 19,90 Euro in der "Normal-Range"  für ein gebundenes Buch dieses Genres angemessen bepreist - vielleicht für den einen oder anderen Musik-Freund oder Clapton-Enthusiasten eine echte Geschenkidee oder für eine selbst.

Eine ausführliche Rezension im Web kann man auch auf der Webseite der in Düsseldorf erscheinenden "WAZ" nachlesen

Weitere Verlags-Informationen mit einem Trailer zu diesem Buch bei Kiepenheuer & Witsch (http://www.kiwi-koeln.de/) oder auch einige Reviews der Original-Version auf Englisch bei Amazon-UK  ( ).

Amazon.Com bietet auch ein aufschlußreiches Interview mit dem Meister selbst zu diesem Werk an...:
http://www.amazon.com/Clapton-Autobiography-Eric/dp/038551851X/ref=pd_bbs_sr_1/002-5372686-0156032?ie=UTF8&s=books&qid=1193779738&sr=1-1 <http://www.amazon.com/Clapton-Autobiography-Eric/dp/038551851X/ref=pd_bbs_sr_1/002-5372686-0156032?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1193779738&amp;sr=1-1>

Fazit:
Wer auch am Privat-Menschen und der sich über Jahre hinziehenden Reifung eines in der Musikwelt gefeierten Musikers   Interesse findet, der liegt mit diesem Buch goldrichtig ( wer schon etwas älter ist,  wer erinnert sich nicht daran:  »Clapton is God«,  so las man es im Frühjahr 1965 auf vielen Mauern in London u. New York).

Die geneigten (CSK-) Leser mögen selbst entscheiden.

Michael Heinz

Kurzfassung Biografie EC..
(Quelle: http://www.musik-history.de/biographie/Eric_Clapton-1.html  ).

Eric Clapton
Eric Patrick Clapton wurde am 30. März 1945 im Hause seiner Großeltern in Surrey, England, geboren. Er war der uneheliche Sohn der 16-Jährigen Patricia Molly Clapton. Sein Vater, Edward Walter Fryer, ein 24-Jähriger kanadischer Soldat, war zu dieser Zeit in England stationiert und zog vor Claptons Geburt zurück zu seiner Frau nach Kanada. Patricias Mutter, Rose Clapp, und ihr Stiefvater Jack Clapp (der Nachname "Clapton" kam von Roses erstem Ehemann und Patricias richtigem Vater, Reginald Cecil Clapton, welcher 1933 starb) sorgten für den jungen Eric.

Im Laufe der Zeit lernte Patricia in Deutschland einen anderen kanadischen Soldaten kennen, Frank McDonald. Nach ihrer Hochzeit zogen sie nach Kanada wegen Franks militärischer Karriere. Patricia bekam noch drei weitere Kinder: Brian (geb. 1948, gest. 1974), Cheryl (geboren 1953) und Heather (geboren 1958). Erics Großeltern sorgten weiterhin für ihn bis 1963. Eric (von seinen Großeltern "Ricky" genannt) verhielt sich in seiner Kindheit still und höflich. Er galt als ein durchschnittlicher Schüler mit einer Begabung für Kunst. Von seinen frühesten Schuljahren wunderte er sich, weshalb seine "Eltern" den Nachnamen "Clapp" anstatt "Clapton" trugen.

Im Alter von 9 dann wurde dieses Rätsel für ihn gelöst, als seine richtige Mutter Patricia zu Besuch nach England kam. Eric war fest davon überzeugt, dass seine Großeltern seine Eltern gewesen sind und seine Mutter seine große Schwester. Eric war schwer von dieser Lüge schockiert. Eric distanzierte sich, wurde launisch und stoppte seine Bemühungen für die Schule. Deswegen fiel er durch das so wichtige "11 Plus Examen". Daraufhin wurde er bei der "St. Bede´s Secondary Modern School" angemeldet. Zwei Jahre später entschied er sich für den künstlerischen Zweig an der "Holyfield Road School". 1961 fing Eric ein Studium am "Kingston College of Art" für ein Jahr Probezeit an. Er wurde aber wegen fehlendem Engagements nach der Probezeit entlassen. Der Grund dafür lag darin, dass Eric seine Zeit ausschließlich dem Gitarre spielen und dem Blues opferte.

Eric Clapton wuchs in einem musikalischen Haushalt auf. Seine Großmutter spielte Piano und seine Mutter und sein Onkel waren beide große Fans von den Big Bands. Clapton fand seine Leidenschaft im American Blues. Für ihn passte der Blues perfekt in seine Außenseiterrolle und in den Gedanken, "anders" zu sein. Zu seinem dreizehnten Geburtstag wünschte er sich eine Gitarre (eine Spanische Hoya). Auf dieser Gitarre spielte Eric seine ersten Stücke und träumte von einer elektrischen Gitarre. Im Alter von 17 Jahren bat er dann seine Großeltern, seine erste elektrische Gitarre (eine Gibson ES335 Kopie) mitzufinanzieren, nachdem er von dem elektrischen Blues von "Freddie", "Albert and BB King", "Muddy Waters" und "Buddy Guy" schwer imponiert wurde. Nachdem Eric das College zwangweise verlassen musste, verdiente er ein wenig Geld als Strassenmusiker.

Anfang 1963, also gerade ein Jahr nach der frühzeitigen Entlassung vom College, trat Clapton in seine erste Band ein, "The Roosters". Schon ein halbes Jahr später bekam er ein Angebot von den "Yardbirds", nachdem er einen Monat in der Pop-orientierten Gruppe "Casey Jones and The Engineers" verbrachte. Der Grund für das Angebot von den Yardbirds war der, dass Clapton der angesagteste Spieler im R&B pub curcuit war. Zusammen mit Keith Relf und Paul Samwell-Smith von den Yarbirds machte Clapton seine ersten Aufnahmen: "Five Live Yarbirds", "Sonny Boy Williamson and The Yarbirds" und die Single "Good Morning Little Schoolgirl". Zu dieser Zeit bekam er auch seinen Spitznamen "Slowhand". Seine ernsthafte Erforschung des American Blues ging weiter und als die Yarbirds anfingen, einen eher kommerziellen Sound anzustreben, indem sie die Single "For Your Love" veröffentlichten, verließ Clapton die Band. Seine Musikrichtung war der Blues.

Im April 1965 trat er in die Band "John Mayall´s Bluesbrakers" ein, mit denen er das Album "John Mayall´s Bluesbrakers With Eric Clapton" mit dem Motto "Clapton is god" herausbrachte. Das Album kam auf Platz 6 der Englischen Pop-Charts. Clapton trennte sich 1966, um seine erste eigene Band, "Cream", zu gründen. Dazu gehörten Bassist Jack Bruce und der Schlagzeuger Ginger Baker. Claptons Vision von dieser Band war, die Welt zu beeindrucken und zu verändern. Viele Auftritte in den Vereinigten Staaten und drei solide Alben ("Fresh Cream", "Disraeli Gears" und "Wheels of Fire") machten die Band weltweit berühmt und setzte sie annähernd auf eine Stufe mit den Rolling Stones und den Beatles. Dabei erkämpfte Clapton sich seinen Ruf als einen der top Rockgitarristen der Welt. Viel Egoismus trieb die Band dazu, sich aufzulösen und nur wenige wussten, dass sich die Drei kaum mochten.

1968 gründete Clapton die Gruppe "Blind Faith", ein superlativ unter den Rockgruppen, denn es spielten Steve Winwood, Ginger Baker und Rick Grech mit. Nach einer katastrophalen Tour durch Amerika ging auch diese Gruppe nach nur einem veröffentlichtem Album auseinander. Im Sommer 1970 formte er "Derek and the Dominos". Mit ihnen nahm er das berühmte Album "Layla and Other Assorted Love Songs" auf. Ein Album mit Konzept, denn die Songs in diesem Album schrieb er für Pattie Boyd-Harrison, welche damals noch mit Beatle George Harrison verheiratet war. Auch hier löste sich die Band vor der Erstellung des zweiten Albums auf. Clapton mußte nun harte Zeiten durchmachen. Sein Freund Jimi Hendrix starb und er konnte die Auflösung der Dominos nur hart verkraften. Wegen diesen Problemen wurde er für 3 Jahre Heroinabhängig.

Seine damalige Freundin, Alice Ormsby Gore, und eine elektrische Akupunkturbehandlung halfen ihm aus der Sucht und Clapton feierte 1973 sein Comeback mit einem Konzert im Londoner Rainbow Theater, obwohl viele ihn schon als Rockgitarristen abgeschrieben hatten. 1974 veröffentlichte er das Album "461 Ocean Boulevard" mit dem Superhit
"I Shot The Sheriff". Noch im selben Jahr begann seine Alkoholsucht, welche erst 13 Jahre später überwunden war. Seitdem gilt Clapton als "clean". Trotz der Sucht passierte viel in diesen 13 Jahren. 1979 heiratete er die mittlerweile geschiedene Frau von George Harrison, Pattie Boyd-Harrison, für sie er auch das Album "Layla and Other Assorted Love Songs" schrieb. 1985 trennten sie sich. In der folgenden Beziehung mit Yvonne Khan Kelly wird das erste Kind geboren, Ruth.

Clapton lernte Yvonne während den Aufnahmen vom Album "Behind the Sun" kennen. Doch die Beziehung hielt nicht lange und Eric verließ seine Familie. Es heißt aber, dass Clapton Yvonne und seine Tochter Ruth stark finanziell unterstützt. Mit seiner neuen Lebensgefährtin, der Schauspielerin Lori Delsanto, bekam Clapton 1986 sein zweites Kind, Conor. Claptons Musikkarriere flachte in den 80ern etwas ab. Alben wie "Another Ticket" und "August" hatten keinen großen Erfolg. Der Durchbruch gelang ihm erst 1989 mit der Herausgabe von "Journeyman" mit den Songs "Pretending", "Old Love" und "Bad Love". Am 26. August 1990 starben Gitarrist Stevie Ray Vaughan, Colin Smythe und Nigel Browne bei einem tragischen Hubschrauberabsturz, alles gute Freunde von Clapton. Bereits weniger als ein Jahr später, am 20. März 1991, kam sein Sohn Conor bei einem Sturz aus dem Appartment eines New Yorker Hochhauses ums Leben.

Clapton beschrieb seine Trauer in dem Song "Tears in Heaven". Diesen Song findet man auf dem Album "Unplugged", welches er 1992 veröffentlichte. Es wurde mit 6 Grammies nominiert und führte das "bleifreie" Musizieren auf der ganzen Welt an. Mit der Herausgabe von "From The Cradle" 1994 mit dem Hit "Motherless Child" kehrte Clapton zu seinen Blues-Wurzeln zurück. Im Februar 1998 veranlasste er die Eröffnung des "Crossroad Centres", eine Rehabilitationsklinik in Antigua. Wenige Wochen später veröffentlichte er "Pilgrim", von dem wiederum einige Songs seine Trauer zu seinem verstorbenen Sohn Conor widerspiegeln. Im Sommer 1999 versteigerte er einen großen Teil seiner Gitarren. Den Erlös von ca. 4 Millionen Dollar kam dem Crossroads Centre zur Gute.

Im Februar 2000 wurde Eric Clapton als erster Musiker überhaupt zum dritten Mal in der "Rock & Roll Hall Of Fame" eingetragen. Die Belohnung für seine fantastische Musik in den 90ern. Mit einem Album mit B.B. King im Sommer 2000 ("Riding With The King") beweist Clapton sich erneut als weltbester "weisser" Bluesspieler und landet in den USA mit dem Album auf Platz drei. Das Jahr 2001 hat es bislang in sich. In Verbindung mit seinem im Oktober 2000 aufgenommen Album "Reptile" startet Eric Clapton seine letzte Welttour durch Europa, Nordamerika, Südamerika und Japan. Zeitgleich wird er im Sommer 2001 zum dritten Mal Vater.

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